agora future-Mitglied Matthias Still stellte auf der Fachtagung eine überraschende Bilanz vor: In den letzten 200 Jahren haben sich Lebenserwartung, Gesundheit und Wohlstand dramatisch verbessert — oft entgegen unserer Wahrnehmung. Anhand historischer Beispiele erklärte er, wie technologischer Fortschritt Hunger, Krankheit und frühe Sterblichkeit zurückgedrängt hat. Für Still liegen viele Ängste vor Neuerungen in evolutionären Mechanismen begründet: Das „Steinzeit-Gehirn“ bevorzugt Vertrautes und überschätzt Risiken. Außerdem warnt er vor der Übertragung naturwissenschaftlicher Vorhersagemodelle auf komplexe Gesellschaften. Daraus entstehen häufig übertriebene Szenarien zur KI („Bald übernehmen die Maschinen“). Sein Fazit: Realistischer, aufgeklärter Optimismus ist nötig, um Chancen zu nutzen und Risiken zu steuern: keine technokratische Hybris, aber auch kein reflexiver Fatalismus.
